Die Tucholer Heide (Bory Tucholskie) gehört zu den größten und schönsten Waldgebieten Polens. Sie erstreckt sich über den nördlichen Teil des Landes, vor allem über die Woiwodschaften Pommern und Kujawien-Pommern.
Sie ist ein ideales Reiseziel für alle, die Ruhe, Natur und aktive Erholung abseits des städtischen Trubels suchen.
Wir möchten uns auf das Gebiet im Dreieck zwischen Cekcyn, Śliwice und Osie konzentrieren, mit Tuchola als wirtschaftlichem Zentrum der Region.
Einst eine Burgsiedlung der pommerschen Herzöge, war Tuchola eine wichtige Handelsniederlassung an der Route nach Danzig (Gdańsk). Heute ist die Stadt mit knapp 14.000 Einwohnern eine Kreisstadt in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern.
Die Schutzpatronin der Stadt ist die heilige Margareta, die im Stadtwappen und in den Symbolen von Tuchola dargestellt wird. Der Legende nach bewahrte die Heilige Margareta die Stadt vor einer Katastrophe. Heute wacht sie über Tuchola, woran ein Denkmal in der Nowodworskiego-Straße erinnert. Jedes Jahr feiern die Einwohner ihr Patronatsfest.
Besucher sollten das historische Zentrum von Tuchola erkunden. Der zentrale Marktplatz (heute Plac Wolności) ist von einem Netz enger, sich kreuzender Straßen umgeben. Ein Spaziergang durch diese Gassen vermittelt ein echtes Gefühl für die Atmosphäre der Stadt.
Einen Besuch wert ist auch das Museum der Tucholer Heide (ul. Podgórna 3). Es zeigt Dauerausstellungen zur lokalen Geschichte, zum früheren Alltag der Borowiaken sowie zur Natur der Region. Außerdem finden hier wechselnde Ausstellungen statt, beispielsweise Präsentationen traditioneller Volkskunst.
Eine der größten Sehenswürdigkeiten der Tucholer Heide ist das Aquädukt von Fojutowo. Es wurde von der römischen Architektur inspiriert und ist das größte Bauwerk am Großen Brda-Kanal.
Es ist zugleich das längste und massivste Bauwerk dieser Art in Polen (75 Meter lang). Der Höhenunterschied zwischen den sich kreuzenden Wasserläufen beträgt etwa 9 Meter.
Das 1848 errichtete Aquädukt verbindet die Czerska Struga mit dem Brda-Kanal. Besucher können es über eine Fußgängerbrücke überqueren – „trockenen Fußes“ über die Brda zu gehen, ist ein unvergessliches Erlebnis.
In Fojutowo bietet außerdem ein 30 Meter hoher hölzerner Aussichtsturm einen herrlichen Panoramablick über den Wald und das Aquädukt. Der Eintritt ist kostenlos.
Tleń ist ein kleines Dorf, das ursprünglich eine Mühlensiedlung und ein Gasthof an der Wda war und heute zu den beliebten Sommerzielen in der Tucholer Heide gehört.
Seinen Reiz verdankt der Ort der Lage inmitten ausgedehnter Wälder voller Pilze und Beeren sowie der Nähe zu einem großen künstlichen See, der durch das Wasserkraftwerk Żur entstanden ist. Hinzu kommt eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur mit zahlreichen Wander- und Radwegen.
Zu den Sehenswürdigkeiten gehört ein Abschnitt der sogenannten Napoleonischen Route aus dem Jahr 1812.
Etwa 1,5 km vom Ortszentrum entfernt befindet sich ein Badeplatz mit Strand und Steg. Das Dorf besitzt den Charakter eines Ferienortes und bietet Geschäfte, Restaurants, eine Promenade, Campingplätze, Pensionen sowie eine PTTK-Wasserstation.
Fünf Kilometer westlich liegt das Torfmoorreservat „Totes See“ (Jezioro Martwe, 4,07 ha) mit typischer dystropher Seengewässer- und Moorvegetation.
Am westlichen Rand der Tucholer Heide, umgeben von den Seen Raciąskie, Rudnica und Przylonek, liegt das Dorf Raciąż.
Dieser ruhige Sommerort befindet sich abseits der großen Verkehrswege. Jeden Juli findet hier ein Volkskunstmarkt statt, auf dem regionale Künstler ihre Werke präsentieren.
Etwa 3 km vom Ortszentrum entfernt, an der Grenze zwischen den Woiwodschaften Kujawien-Pommern und Pommern, liegt der Śpierewnik-See.
Auf seiner Südseite befindet sich eine 138,9 ha große Insel, auf der Überreste einer frühmittelalterlichen ovalen Burganlage aus dem 12. Jahrhundert entdeckt wurden. Sie war durch einen ringförmigen Wall geschützt.
Die ältesten Siedlungsspuren in Raciąż reichen bis in die Jungsteinzeit zurück.
Der Besuch des Burgwalls von Raciąż ist kostenlos.
Dieses Naturschutzgebiet wurde 1958 eingerichtet und umfasst zwei Hauptlebensräume: Heidelandschaften auf den offenen Flächen der Steinkreise sowie einen frischen Kiefernwald mit etwa 130 Jahre alten Bäumen.
Die wichtigste Sehenswürdigkeit sind die Flechten auf den Steinen, aus denen die Kreise bestehen, sowie auf den Grabhügeln. Insgesamt wurden hier 40 Flechtenarten und sechs Moosarten nachgewiesen – einige davon leben seit mehreren Jahrhunderten.
Die Steinkreise von Odry werden oft als das polnische Stonehenge bezeichnet. Nach den Megalithkreisen in England gelten sie als die größte und älteste Anlage dieser Art in Europa.
Kohlebergwerke im Norden Polens? Überraschenderweise ja!
Das Bergbaudorf in Huta basiert auf einer außergewöhnlichen Geschichte, die buchstäblich aus dem Untergrund ans Licht gebracht wurde.
Archäologische Forschungen zeigen, dass hier zwischen 1850 und 1939 fünf unterirdische Braunkohlebergwerke betrieben wurden.
Heute können Besucher die Überreste eines Bergwerks erkunden, den geheimnisvollen Berggeist kennenlernen und sich auf die Suche nach dem Schatz des Bergmanns Wilhelm Krüger begeben.
Handwerkliche Workshops ermöglichen es, Keramik herzustellen, das Schmiedehandwerk auszuprobieren und Filzdekorationen anzufertigen.
Kinder können Spiele und Aktivitäten aus dem 19. Jahrhundert kennenlernen – dadurch wird der Besuch zu einem familienfreundlichen historischen Erlebnis.