Die Anfänge von Bydgoszcz werden meist mit dem Jahr 1346 verbunden, als König Kasimir der Große der Stadt die Stadtrechte verlieh. Die Besiedlung dieses Gebietes könnte jedoch mehr als 2.000 Jahre zurückreichen und mit der damals bestehenden Bernsteinstraße in Verbindung stehen.
Die Theorie, dass das heutige Bydgoszcz mit dem antiken Askaukalis identisch ist, wird durch die Entdeckung einer Karte des griechischen Mathematikers und Astronomen Claudius Ptolemäus in Alexandria um das Jahr 150 n. Chr. gestützt. Dieses Thema wird bis heute von Wissenschaftlern untersucht.
Die Bernsteinstraße war während der römischen Kaiserzeit eine wichtige Handelsroute. Sie verband die römische Provinz Pannonien (heute vor allem das Gebiet Sloweniens) und Aquileia – damals das Zentrum des römischen Bernsteinhandels (heute die Region Venetien) – mit der Ostseeküste und den heutigen baltischen Staaten.
Diese Route wurde auf der vierten Karte des Ptolemäus, der „Germania Magna“, dargestellt. Darauf sind drei bedeutende Zentren auf dem Gebiet des heutigen Polens verzeichnet:
Die Karten des Ptolemäus waren aufgrund der begrenzten technischen Möglichkeiten ihrer Zeit nicht besonders genau. Dennoch sind seine Arbeiten bis heute von großem Interesse für die Forschung.
Im Jahr 2011 veröffentlichte ein interdisziplinäres Team der Technischen Universität Berlin eine Studie mit dem Titel „Germania Magna – A New Look at an Old Map“, in der die Forscher mithilfe moderner mathematischer Methoden eine wissenschaftliche Interpretation der antiken Karte erarbeiteten.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung führten zu der Identifizierung von Bydgoszcz mit dem antiken Askaukalis.
„Nach den korrigierten Koordinaten liegen die Orte Arsonium, Calisia, Setidava und Ascaucalis (von Süden nach Norden) innerhalb des Hauptgebietes, in dem römische Importe gefunden werden. Calisia wird aufgrund sprachwissenschaftlicher Untersuchungen häufig mit dem heutigen Kalisz (Großpolen) in Verbindung gebracht. Der Verlauf dieser Route ist besonders durch die Funde von Terra Sigillata aus Mittelgallien und Rheinzabern deutlich erkennbar.“